Konzentration der Türaktivitäten in Hallstadt erhöht Systemkompetenz und Schnelligkeit der Brose Gruppe im Markt
Hallstadt (19.6.2007). Der Brose-Standort in Hallstadt bei Bamberg gewinnt für die internationale Unternehmensgruppe zunehmend an Bedeutung: Nach der Zusammenlegung der beiden größten Geschäftsfelder Fensterheber und Türsysteme zu der Organisationseinheit „Türsysteme“ im Januar 2007, werden in Hallstadt bis Mitte des Jahres auch sämtliche Aktivitäten räumlich zusammengeführt: Rund 70 Prozent des weltweiten Brose-Geschäfts werden dann vom Standort Hallstadt aus gesteuert; Brose fertigt an mehr als 30 Standorten weltweit Türsysteme und Fensterheber für mehr als 40 Automobilmarken.
Um die hierfür benötigten Kapazitäten zur Bearbeitung der Kundenprojekte zu schaffen, war die Erweiterung des Versuchs- und Entwicklungsgebäudes erforderlich, dessen Fertigstellung Ende Juli abgeschlossen sein wird. Mit den baulichen Veränderungen wird außerdem das Verkehrswegesystem am Standort optimiert, werden zusätzliche Sozialräume und Mitarbeiterparkplätze geschaffen.
Mehr als 5 Mio. Euro investiert das Unternehmen in die Erweiterung der Gebäude, in Betriebsausstattung, Test- und Versuchs- sowie Sozialeinrichtungen.
Zahl der Beschäftigten steigt
„Durch die Zusammenlegung der beiden Geschäftsfelder Fensterheber und Türsysteme erhöhen wir unsere Schlagkraft, Flexibilität und Effizienz ganz entscheidend“, sagt Geschäftsführer Kurt Sauernheimer; er verantwortet das weltweite Türsystemgeschäft, dessen Umsatz 2006 rund 1,64 Mrd. Euro Umsatz betrug.
Die Bündelung der Aktivitäten sind die logische Konsequenz auf die steigenden Anforderungen des Marktes: „Durch Standardisierung in der Produktentwicklung von Türkomponenten und durch die Konzentration sämtlicher Aktivitäten am Standort Hallstadt können wir Synergie-Effekte nutzen, die Qualität und Funktionalität unserer Erzeugnisse weiter verbessern“, so Kurt Sauernheimer.
Bis zur Jahresmitte werden in Hallstadt im Zuge der Umstrukturierung rund 150 Coburger Mitarbeiter aus Entwicklung, Versuch und Vertrieb des Geschäftsfelds Fensterheber ihre Arbeit aufgenommen haben, so dass sich die Zahl der Beschäftigten an dem oberfränkischen Zentralstandort auf über 1.100 erhöht.
Systemkompetenz wird ausgebaut:
Kunststoff-Funktionsträger für Türsysteme „made in Hallstadt“
Zudem setzt der Automobilzulieferer den Kompetenzausbau in der Fahrzeugtür weiter fort und startet mit der Eigenfertigung von Kunststoff-Funktionsträgern für Türsysteme: Zu diesem Zweck hat Brose vor kurzem im Werk Hallstadt eine Spritzgießmaschine in Betrieb genommen. Um die großflächigen Kunststoffteile herstellen zu können, verfügt die Anlage über eine Schließkraft von 1.650 Tonnen.
Zum Betrieb der Produktionsanlage wurde auch der Ausbau der Infrastruktur notwendig: So wurde neben dem erforderlichen Kühlsystem ein Kran für das Handling der bis zu 30 Tonnen schweren Werkzeuge installiert. Insgesamt investierte das Unternehmen mehr als 3 Mio. Euro in Beschaffung und Aufbau der neuen Fertigungstechnik. Die ersten Türsysteme mit eigengefertigten Kunststoffträgern werden im kommenden Jahr in Serie gehen.
„Wir haben uns vom Fensterheberhersteller zum Systemlieferanten entwickelt und zeichnen heute für die komplette Türentwicklung verantwortlich“, sagt Matthias Drewniok, Geschäftsführer am Standort Hallstadt.
„Die Entscheidung, die Kunststoffträger für unsere Türsysteme in Eigenfertigung herzustellen und damit die Fertigungstiefe zu erhöhen, war für uns deshalb ein logischer Schritt in dieser Systemintegration“, so Drewniok weiter. Die räumliche Zusammenführung von Produktentwicklung, Werkzeugplanung und Produktion am Standort Hallstadt ermöglicht kurze Entwicklungszeiten, eine optimale Produktgestaltung und eine kostengünstige Fertigung.
Die Brose-Ingenieure in Hallstadt können ihre Produkt-Idee bzw. erste Prototypen direkt auf der Anlage testen und die Ergebnisse vor Ort auswerten. Gleichzeitig ist Brose nun in der Lage, noch flexibler auf die unterschiedlichen Kundenanforderungen zu reagieren und permanent an weiteren Produktoptimierungen zu arbeiten.
Der Einsatz von Kunststoff-Türsystemen folgt einem Trend, der in der Automobilindustrie immer größere Bedeutung gewinnt: Der Gewichtsreduzierung bei gleichzeitiger Erhöhung der Funktionalität. Brose-Türsysteme mit Kunststoffträger erfüllen diese Anforderungen. Durch den hohen Integrationsgrad von Bauteilen sind sie im Vergleich zu herkömmlichen Stahlträger-Modulen leichter, sodass pro Fahrzeug bis zu 3 Kilogramm eingespart werden.
Neben Gewichtsvorteilen, einer besseren Geräuschdämmung und mehr Designfreiheit ist es vor allem die Funktionsintegration, die Kunststoff als Trägermaterial bei Türsystemen für die Fahrzeughersteller immer interessanter macht.
Oberfränkische Brose-Standorte profitieren vom weltweiten Wachstum
Durch die Konzentration sämtlicher Türsystemaktivitäten in Hallstadt wird am Stammsitz Coburg der erforderliche Raum zur Erweiterung des Ressorts Zentrale Entwicklung und des Geschäftsfelds Sitzsysteme geschaffen.
Durch die Erweiterung des Produktportfolios und Zusatzaufträge in Asien und Nordamerika wird das Sitzsystemgeschäft der Brose Gruppe in den kommenden Jahren überdurchschnittlich wachsen. Vor diesem Hintergrund werden 2007 allein in diesem Geschäftsfeld in Coburg 60 neue Arbeitsplätze geschaffen. Insgesamt sind in diesem Jahr am Standort Coburg 75 und in Hallstadt 40 offene Stellen zu besetzen.
Um zusätzliche Marktfelder zu erschließen, wird in Coburg die zu Jahresbeginn geschaffene Organisationseinheit „Neue Produkte“ die Entwicklung von Erzeugnissen weiter vorantreiben, die das bestehende Produktportfolio logisch ergänzen.