Brose Gruppe feiert 100jähriges Firmenbestehen
Berlin (17. April 2007). Unter dem Motto „100 Jahre Zukunft“ hat der internationale Automobilzulieferer Brose am 17. April 2008 im Beisein zahlreicher Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verbänden das 100jährige Firmenbestehen in Berlin, dem Gründungstandort des Familienunternehmens mit einem Festakt im historischen ewerk begangen.
Bundespräsident a. D., Dr. Richard von Weizsäcker lobte Brose als Ausnahme und Vorzeige-Familienunternehmen in einer Welt des Shareholder-Value-Denkens, in der Manager und die Börse die „Freisetzung“ von Mitarbeitern feiern. "Vor allem hat mich sehr beeindruckt von Ihnen zu hören, dass bei Ihnen im Mittelpunkt steht, dass, was erarbeitet wird, wieder zu reinvestieren, damit weitergearbeitet werden kann und damit neue Fortschritte erzielt werden können. Das ist eine große Ausnahme im Land, so dass wir an Familienunternehmen, die sich daran wirklich halten, um so stärker festhalten müssen".
Der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Prof. Martin Winterkorn, sagte bei der Veranstaltung in Berlin: „Sie haben eine 100jährige Erfolgsgeschichte in der Automobilindustrie geschrieben, die man mit Fug und Recht als beispielhaft bezeichnen darf.“ Wie Winterkorn weiter betonte, gelte es, die jahrzehntelange vertrauensvolle Partnerschaft mit den „Brosianern“ auch in Zukunft zu pflegen: „Wir im Volkswagenkonzern freuen uns, an der Zukunft des Automobils zusammen mit der Brose-Mannschaft zu arbeiten“.
Mit Blick auf die erfolgreiche Firmenentwicklung in den zurückliegenden 100 Jahren sagte der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung Michael Stoschek, der 1971 im Alter von 23 Jahren die Führung übernahm und bis Ende 2005 Vorsitzender der Geschäftsführung war: „Ich bin dankbar, daß ich mehr als ein Drittel dieser Zeitspanne selbst die Verantwortung für die Brose Gruppe tragen durfte. Nicht viele Familienunternehmen haben das Glück, dass sie sich über so lange Zeit, so erfolgreich und selbstständig in Familienhand entwickeln können“.
Stoschek wies darauf hin, dass Max Brose am 4. März 1908 in Berlin seine unternehmerische Tätigkeit begann und Brose seit wenigen Tagen mit dem von der Continental AG übernommenen Werk für Kühler-Lüftersysteme wieder in Berlin präsent ist.
Stoschek erklärte, dass er nicht zu den Familienunternehmern zähle, die sich für unersetzlich halten und den Generationswechsel und die damit verbundenen Chancen nicht verpassen wollte, obwohl die beruflichen Interessen der nächsten Generation der Gesellschafter in andere Richtungen gehen. Aus diesem Grund habe Brose seit Anfang 2006 erstmals einen Mann an der Spitze, der zwar nicht zur Familie gehöre, hinter dem aber die Familie geschlossen stehe. Er freue sich, dass Herr Otto mit seiner Führungsmannschaft die Firma so engagiert und erfolgreiche weiterentwickle.
Wie Stoschek weiter erläuterte, hat die kritisch-konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Experten des Beirats, Familiengesellschaftern und Geschäftsführung dazu geführt, dass es bei Brose seit Bestehen der Unternehmensverfassung nur einstimmige Gesellschafterbeschlüsse gibt und über Jahrzehnte hinweg über 90% der Gewinne in den Ausbau des Unternehmens investiert wurden.
Jürgen Otto, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Brose Gruppe sieht das Unternehmen technisch, organisatorisch und wirtschaftlich „sehr gut gerüstet für weitere 100 Jahre Zukunft“ angesichts der firmeneigenen Dynamik und der hochmotivierten Mitarbeiter an den weltweiten Standorten: „Meine Aufgabe ist es, dieses große Potenzial zu lenken und die Erfolgsgeschichte von Brose weiter fortzuschreiben“.
Für den Verband der Automobilindustrie (VDA) überbrachte Präsident Matthias Wissmann die Glückwünsche der Branche und würdigte Michael Stoscheks Lebenswerk: „Ohne Ihren Einsatz, Ihre Konsequenz und Energie wäre der Erfolg von Brose nicht möglich gewesen“. Der VDA-Präsident weiter: „Sie stehen für einen Unternehmertyp, der sich selbst mit aller Energie einbringt; nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für seine Heimat. Ihre zahlreichen Initiativen für die Zukunft Ihrer Heimatstadt Coburg, aber auch für die Ausbildung junger Menschen und Ihre Tätigkeit als Präsident der IHK zu Coburg beweisen nicht nur Ihre Verbundenheit, sondern auch, dass Sie bereit sind, sich für das Gemeinwesen mit Herz und Verstand einzusetzen“.
VDA-Präsident Matthias Wissmann gab seiner Überzeugung Ausdruck, dass sich die Brose Gruppe auch künftig als hervorragend positionierter Anbieter auf dem internationalen Markt gut behaupten werde:„Brose ist glänzend aufgestellt. Das Unternehmen hat die Kraft zu wachsen und unsere Industrie weiter nach vorne zu bringen“.
Firmengründer Max Brose, dessen Eltern eine Fabrikation für Pferdekutschen in Elberfeld/Wuppertal betrieben, eröffnete im Alter von 24 Jahren in Berlin ein Handelshaus für Automobilbedarf und Flugzeugzubehör und legte damit den Grundstein für eine Unternehmensgruppe, die heute an 5. Stelle unter den weltweiten Automobilzulieferern in Familieneigentum steht.
Max Brose gründete 1919 mit seinem Partner Ernst Jühling das Coburger Metallwerk Max Brose & Co. und führte das Unternehmen sechs Jahrzehnte.
Sein Enkel Michael Stoschek entwickelte Brose in dreieinhalb Jahrzehnten zu einer internationalen Unternehmensgruppe, die hinsichtlich Marktanteil, Technologie und Qualität weltweit führend ist.
Die Brose Unternehmensgruppe entwickelt und produziert an 51 Standorten in 21 Ländern Systeme und Komponenten für Karosserie und Innenraum. Zu den Kunden zählen über 40 Automobilhersteller sowie Zulieferer. Das Familienunternehmen beschäftigt weltweit mehr als 14.000 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2008 wird die Brose Gruppe einen Umsatz in Höhe von 3,1 Mrd. Euro erzielen.
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